Es gibt mehrere Arten, Licht abzubilden. Man kann zum Beispiel weiße Farbpigmente nutzen, wie hier für den weißen Spalt zwischen den Vorhängen. Je deckender, desto weißer.
Oder man trägt eine sehr dünne Schicht (Lasur) einer dunklen Farbe auf der weißen Kreide-Grundierung (Gesso) auf, so daß das Tageslicht bis zur Grundierung hindurchdringt und reflektiert wird. So trifft es unser Auge wieder als echtes, reflektiertes Licht. Hier sind die Vorhänge in dieser Technik gemalt.
„Der SINN, der sich aussprechen läßt, ist nicht der ewige SINN“ – Tao Te King
Wie sollte ich darstellen, wovon ich sprechen will, ohne daß es zu einer Lüge wird?
Je dicker aufgetragen, desto flagranter wird der Unterschied. Wir sollen uns kein Bild machen.
Aber die dunklen Farben sind Erden: Ocker, Sienna, Terre Verte. In ihrer Gelöstheit in Öl, in ihrer Feinheit, in ihrem Verschwinden erst werden sie vom Licht durchdrungen.
So sagte es mein Lehrer Philippe Sergeant: Was glänzt, muß erst matt werden, bevor es leuchten kann.
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Öl auf Leinwand, 60 x 60 cm

